Im Schatten der Vorbereitungen für die Klimakonferenz in Belém, Brasilien, erringen indigene Völker in Panamá nach 33 Jahren einen Durchbruch.
Es sind unterschiedliche Sichtweisen, die Interessierte nach Ciudad de Panamá City blicken lassen – einerseits der Blick auf den Austragungsort eines Treffens von Fachleuten und Beamten, die zusammenkommen, um die nächste Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention (COP 17 in Yerevan, Armenien, im Oktober 2026) vorzubereiten. Andererseits kann es auch ein Blick auf ein erstmaliges Treffen sein, bei dem die Vertreter indigener Völker als maßgebliche Player am Tisch sitzen.
Ungeachtet möglicher unterschiedlicher Bewertungen steht außer Zweifel, dass im vorigen Jahr auf der COP 16 in Cali wesentliche Weichen gestellt worden sind, indem eine Arbeitsgruppe geschaffen wurde. Was wie das Gegenteil von „spanned“ klingt, ist tatsächlich jedoch ein Durchbruch nach 33 Jahren.
Erstmals verbriefte Rechte
Diese Arbeitsgruppe ist nämlich überwiegend von Angehörigen indigener Völker besetzt. Mindestens vier Fünftel der Artenvielfalt befindet sich in Gebieten, in denen für das Management dieser natürlichen und ursprünglichen Gebiete von Indigenen in der Verantwortung von Indigenen liegt – zum Beispiel in den Regenwald-Gebieten Südamerikas (Amazonas), Zentralafrikas (Congo) und Südasien (Borneo). Bisher hatte die angestammte Bevölkerung in diesen Regionen kaum bis gar keine verbrieften Rechte, die auch eingehalten wurden.
Im Prinzip hat sich das auf nationaler Ebene (noch) nicht geändert, aber mit der Konferenz in Cali und der Schaffung der Arbeitsgruppe hat sich das Umfeld geändert. Es gibt Hunderte Verträge und Konventionen, aber bis vor kurzem keine, in denen explizit die Rechte der Indigenen verankert sind.
Richtlinien für Raumplanung
Mit dem Meeting in Panamá ändert sich das. „Bisher waren Indigene kaum eingebunden und sind von einer Mitsprache über finanzieller Mittel weitgehend ausgeklammert gewesen. Das ändert sich nun“, meint Darío José Mejía Montalvo. Er ist Präsident des permanenten UN-Forums für Indigene Angelegenheiten und unter anderem Politologe an der Universität von Kolumbien.
Die Indigenen-Arbeitsgruppe, die im Oktober 2024 formal geschaffen wurde, ist erstmals in Panamá zusammen getreten. Sie wird zunächst einmal die interne Arbeitsweise festlegen und in weiterer Folge den Fokus auf externe Aktivitäten richten – etwa auf Richtlinien für Raumplanung und Wiederherstellung von artenreichen Flächen, die unter Druck geraten sind, und den Schutz von Gebieten, in denen eine hohe Biodiversität besteht.
„Von der Isolation zur Integration“
Eines der mittlerweile verabschiedeten Biodiversitätsziele ist es, dass bis zum Jahr 2030 „zumindest 30 %“ der Flächen unter Schutz stehen sollen. Dies wurde auf der COP 15 beschlossen, in der Folge in Cali und jetzt auch in Panamá bestätigt.
Juan Carlos Marrero, Umweltminister von Panamá zu den Zielsetzungen: „Wir können nicht über Umweltgerechtigkeit reden, wenn die Entscheidungen abgehoben gefällt werden und dazu führen, dass alles zerstört wird, das um uns herum lebt. Wir können nicht von einer Umwelt- oder sozialen Gerechtigkeit sprechen, solange wir nicht der Zerstörung der Wälder und der übrigen Natur und wenn wir nicht der Verschmutzung Einhalt gebieten, weltweit. Es gibt keinen Schutz der Biodiversität ohne Menschenrechte.“
Marrero geht soweit, dass er auch sagt, dass dies „die Begründung nachhaltiger Entwicklung“ sei. Und: „Ändern wir die Art und Weise wie wir arbeiten. Gehen wir von der Isolation zur Integration.“
In den zwei Wochen wurde unter anderem die Spielregeln ausformuliert, aufgrund derer dann weitergearbeitet wird. Der formale Beschluss wird im Herbst nächsten Jahres auf der nächsten COP gefällt.
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