USA, Mongolei und Australien: Diese drei Zonen sind von Trockenheit besonders betroffen. Manche Regionen aber profitieren von der Hitze.
Wie sicher sind die Daten über Dürre und Trockenheit? Sind die Kriterien, aufgrund derer Dürren festgestellt werden, überall gleich? Das sind nur zwei der Fragen, die sich Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) gestellt haben.
Die Fachwelt ist stutzig geworden, nachdem in Chile eine 15 Jahre dauernde Trockenperiode beobachtet worden ist.
Was verwirrend erscheint, ist rasch aufgeklärt. Denn ausgeprägte Dürren werden als solche vor allem dann wahrgenommen, wenn Einbußen in der Landwirtschaft auftreten oder die Waldlandschaft sichtbar beeinträchtigt wird. Werden derartige Phänomene nicht festgestellt, dann wird auch die Dürre nicht wahrgenommen.
Versteckte Dürren
Herangezogen wurde ein Datensatz, der den Fokus auf Niederschläge und Verdunstung richtet. Die Modellierung zeigt, dass eine deutliche Zunahme mehrjähriger Dürren festzustellen ist. Pellicciotti: „Seit 1980 haben sich die Dürregebiete jedes Jahr um durchschnittlich 50.000 Quadratkilometer ausgedehnt.“ Das entspricht knapp der gesamten Fläche der Schweiz, der halben Österreichs oder etwa jener Niedersachsens oder Baden-Württembergs.
Neu bei diesem Ansatz ist auch, dass nicht nur gut untersuchte Gebiete abgedeckt werden, sondern auch solche, für die es weniger Daten gibt – etwa die Regenwälder. Studienleiter Dirk Karger, Forscher am WSL, berichtet, dass es auch Trockenzeiten gegeben habe, „die fast unentdeckt geblieben sind, wie zum Beispiel die Dürre zwischen 2010 und 2018 im Kongo-Regenwald“.
Längere Wachstumsperioden
Am stärksten betroffen waren der Westen der USA, die zentrale und östliche Mongolei und vor allem der Südosten Australiens. Trockenheit breitet sich vor allem in Grasländern aus.
Aber es gibt auch, kurzfristig jedenfalls, Profiteure von Dürre-Perioden: So konnten „boreale und tropische Wälder die Trockenphasen besser abpuffern und zeigten sogar paradoxe Effekte während des Einsetzens der Dürre.“
Tropische Regenwälder konnten die Folgen von Trockenheit ausgleichen, solange eigene Wasserreserven vorhanden waren. Und in borealen Zonen wir durch Dürren die Wachstumssaison verlängert, da diese dort eher durch niedrige Temperaturen als durch die Verfügbarkeit von Wasser begrenzt wird.
In diesen Zonen allerdings ist das Gleichgewicht eher fragil, sodass langfristige Schäden auftreten können. Pellicciotti: „Derzeit werden Dürren in den Strategien zur Schadensbegrenzung weitgehend als jährliche oder saisonale Ereignisse betrachtet, was in krassem Gegensatz zu den längeren und schwereren Megadürren steht, mit denen wir in Zukunft konfrontiert sein werden.“
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Web-Link: Die Studie in Science

















