Öl- und Gas-Geschäfte: „Fakten, Orte und Verantwortlichkeit“

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Heftige Kritik übt die Deutsche Umwelthilfe an den Geschäften der deutschen Bundesregierung mit Öl und Gas – und legt einen „Atlas der Zerstörung“ vor.

Als Dokumentation „der Bedrohungen für Natur, Klima und Menschen“ beschreibt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den „Atlas der Zerstörung“. Auf 32 Seiten werden darin die Geschäfte dargestellt, welche die deutsche Bundesregierung in Sachen Öl und Gas anbahnt bzw. abgeschlossen hat. „Dabei werden weltweit Ökosysteme zerstört und die Klimakrise verschärft“, heißt es seitens der DUH. Veröffentlicht wird auch bisher einer breiten Öffentlichkeit unbekanntes Material.

Etwa die Transporte per Schiff aus Ländern wie Nigeria, Saudi-Arabien und Guyana. Dort komme es durch Ölunfälle zu Vergiftungen des Grundwassers und durch Abfackeln (Flaring) zu unumkehrbaren Gesundheitsschäden lokaler Gemeinschaften.

„Klimapolitisch verantwortungslos“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Wir machen sichtbar, welchen Preis andere Menschen und Ökosysteme für Deutschlands Öl- und Gasgeschäfte zahlen. Gerade erst haben wir auf der Klimakonferenz in Brasilien erlebt, wie mächtige Ölstaaten Fortschritt verhindern. Dass Deutschland mit Ländern wie Oman, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten neue langfristige Öl- und Gasverträge abschließt, zementiert fossile Wertschöpfungsketten. Wer heute noch auf fossiles Öl und Gas setzt, handelt klimapolitisch verantwortungslos.“

Constantin Zerger, DUH-Leiter Energie und Klimaschutz: „Unser Atlas liefert die Fakten, Orte und Verantwortlichkeiten, die wir für politischen Druck brauchen. Als einer der größten Öl- und Gasimporteure der Welt muss Deutschland vorangehen und die Abhängigkeit von fossiler Energie beenden. Das wäre nicht nur international ein wichtiges Signal, sondern würde zudem die Versorgungssicherheit erhöhen. Jedes Jahr gibt Deutschland rund 80 Milliarden Euro für den Import von fossilem Öl und Gas aus – diese enorme Geldverschwendung muss so schnell wie möglich beendet werden.“

Die DUH fordert von der Bundesregierung, einen konkreten Fahrplan zum Ausstieg aus fossilem Öl und Gas vorzulegen, klimaschädliche Subventionen unverzüglich zu beenden und sich auch international für einen Stopp immer neuer Förderlizenzen für Öl und Gas einzusetzen.


Mehr:

Web-Link Atlas der Zerstörung 

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