Es gibt kaum evidenz-basierte Zahlen, aber viele Befürchtungen. Es wird Zeit für eine offene Debatte und eine nüchterne Beurteilung.
Plastik ist der westlichen Konsumgesellschaft in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts schmackhaft gemacht worden – ideal für viele Anwendungen, deren Beschwerlichkeit uns durch penetrante Werbung immer wieder in Erinnerung gerufen worden ist. Kunststoffe sind uns als trendy, als ein wichtiger Schritt in eine moderne Gesellschaft angepriesen worden. Immer, und immer wieder.
Ob PFAS, Weichmacher oder andere Chemikalien: Es gibt eine Kehrseite der Medaille. Allerdings: So wirklich viel wissen wir nicht, wie diese Kehrseite aussieht. Es sind Vermutungen und viele Thesen, die in den meisten Fällen gut begründet sind.
Die genaue Bewertung – welche Folgen Plastik für die menschliche Gesundheit, für die Welt, in der wir leben, hat – ist noch ausständig. Die Wissenschaft hinkt auch deshalb nach, weil eine unabhängige Untersuchung der Substanzen, der chemischen Zubereitungen erst nach der Zulassung erfolgt. Denn vorher fallen die entsprechenden Daten unter Betriebsgeheimnis. Und auch danach: Die chemische Industrie ist außerdem eine nicht gerade transparente. Das lässt die unabhängige Forschung immer im Hintertreffen zu sein.
Hoch an der Zeit ist aber nicht nur mehr Transparenz. Sondern es geht darum, einmal auszuloten, was notwendig ist und was.
Wir reden hier von Erfindungen, deren Folgekosten noch zu einem Gutteil unklar sind. Es gibt einen Rucksack, der voll gepackt ist mit den gesundheitlichen und ökologischen Folgen. Tragen muss diesen Rucksack jede und jeder, die von den Folgen selbst betroffen sind oder die Steuern zahlen. Die Gewinne aus dem Verkauf von Plastik bleiben in privater Hand. Es ist Zeit für eine gesellschaftliche Debatte darüber zu reden, in welchen Plastik unverzichtbar ist (etwa im medizinischen Bereich) und wo dies nicht der Fall ist.
Der derzeitige Zustand ist unbefriedigend: Plastik ist ein gutes Geschäft für wenige, es gibt aber schlechte Zahlen für alle, denen die negativen Folgen zmgehängt wird.
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