Die ersten zehn Tage des Klimagipfels in Belém lassen wenig Hoffnung aufkommen. Es geht wenig weiter, es muss mit einem Schritt zurück gerechnet werden.
Die Ankündigungen waren vollmundig: Es müsse geliefert werden, die Zeiten der Verhandlungen und der Wortklauberei sei vorüber. Die COP 30, die offiziell vor einer Woche in Belém, am Rande des Amazonas-Regenwaldes, an den Start gegangen ist, steuert jedoch auf einen Flopp zu. Daran kann auch der „Leaders’ Summit“, zu dem der brasilianische Präsident Luiz Inázio Lula da Silva vor dem eigentlichen Beginn der COP 30 eingeladen hatte, auch nichts ändern.
Neue Ziele gab es nicht
Wie immer auf Klimakonferenzen geht es um die Bewertung des bisher Geschehenen, die Formulierung neuer Ziele und deren Finanzierung.
Schon der erste Punkt war ein Hürdenlauf: Denn ursprünglich hätten die neuen, nachgeschärften Klima-Pläne und -Strategien spätestens Ende März das Sekretariats der Klima-Konvention geschickt werden sollen. Dazu aufraffen haben sich nur wenige Staaten können (oder wollen), die meisten haben ihr NDC-Updates (Nationally Determinded Contributions) erst unmittelbar vor oder während der COP 30 getan. Neue Ziele gab es nicht.
In einer ersten Bewertung dieser Zusendungen kommen Experten zum Schluss, dass das Reduktionsziel zu 68 Prozent erreicht werden kann. Zu einem Drittel wird also – nach derzeitigem Stand der Dinge – das Pariser Ziel für 2100 (“keep global temperature increase well below 2°C and to pursue efforts to limit it to 1.5°C”) verfehlt.
Diplomatisches Auf-der-Stelle-treten
Das Ende der ersten Verhandlungswoche war von zwei Ereignissen gekennzeichnet, die in der offiziellen Planung nicht aufscheinen. Am Donnerstagnachmittag brach ein Brand aus, sodass die Verhandlungen unterbrochen und die Räume evakuiert worden sind. 19 Personen hatten dabei zuviel Rauchgase eingeatmet und wurden medizinisch behandelt, zwei weitere wegen Angstzuständen. Am Abend wurde der Konferenzbereich wieder frei gegeben.
Am Freitag dann blockierte eine Abordnung von Indigenen Völkern den Zugang zur Konferenz. Sie wollten damit auf die zentrale Rolle der Indigenen hinweisen, die sie beim Schutz der tropischen Regenwälder und der ausgeprägten Biodiversität spielen. Die Munduruku, die überwiegend in den Bundesstaaten Amazonas, Mato Grosso and Pará leben, richteten ihren Projekt auch gegen Kraftwerks- und Abbau-Pläne, die indigene Terrritorien an den Flüssen Tapajós und Xingu beeinträchtigen könnten.
In der Vorbereitung des Schlusspapiers war diplomatisches Auf-der-Stelle-treten angesagt. Eine Vielzahl von eckigen Klammern lässt keine Prognose zu, inwieweit das Ziel für diese Konferenz erreicht werden kann – konkret also ein Ziel vorzuschreiben, bis wann der Ausstieg aus den fossilen Energien umgesetzt werden soll.
Ein schwacher Trost: Das Festfahren der Positionen ist für Klimakonferenzen keine Seltenheit – es ist mittlerweile zum festen Bestandteil taktischer Übungen geworden zu sein.

















