Beschleunigung kündigt Bundesumweltminister Carsten Schneider bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager an. Wie und wo – darüber schweigt der SPD-Politiker.
Immerhin: Nur noch ein Viertel des bundesdeutschen Staatsgebietes ist für die weitere Suche nach einem Endlager für die Abfälle aus der Nuklearenergie geeignet. Das ist noch keine Standortentscheidung – denn die steht noch in den Sternen – das Wie, Wann und Wo bleibt im Ungewissen.
Die Festlegung auf ein Viertel der Staatsfläche bedeutet, dass auf drei Viertel der Fläche Deutschlands eine Endlagerunbg nicht möglich ist – mangels der geologischen Parameter. Jenes Viertel, das nach heutigem Wissensstand in Frage kommen könnte, wird als entweder geeignet eingeschätzt oder es ist einfach noch nicht untersucht.
Bisher keine Standort-Präferenzen
Bekannt geworden ist diese Einschätzung beim jährlichen Treffen des „Planungsteams Forum Endlagersuche“ und dem Vierten Forum Endlagersuche in Hannover. Bundesumweltminister Schneider hat keine Standort-Präferenzen genannt, aber angekündigt, dass eine Beschleunigung des Verfahrens nötig sei und er eine solche beabsichtige. Wie sie konkret aussieht, verrät er allerdings nicht. Jedenfalls gesichert sein müsse die Einbindung der Öffentlichkeit – auch da bleibt Schneider Konkretes schuldig.
Die gegenwärtige Aussage bezieht sich auf die möglichen unterirdischen Standorte (vor allem im Norden und im Süden Deutschlands); für 2027 wird geplant, die oberirdischen Standorte zu benennen. Dort soll dann die nähere Erkundung starten.
Bis 2080 werden etwa 10.100 Tonnen hochradioaktiver Abfälle aus Brennelementen anfallen, zu denen noch die 3.836 so genante „Kokillen“ hinzukommen – dabei handelt es sich um verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung. In der Vergangenheit hat es Schätzungen gegeben, in denen von bis zu 27.000 Kubikmetern hochradioaktiver Abfälle ausgegangen worden ist.
Bei den schwach und mittelradioaktiven Abfällen werden von der Bundesgesellschaft für Endlagerung eine Größenordnung von 130.000 Tonnen angegeben. Bis zum Jahr 2060 sollen dann noch weitere 170.000 Tonnen hinzukommen.
Bis 2027 zehn Standorte – oder weniger
Der Zeitplan für die jetzt laufende Suche hat 2017 begonnen. Innerhalb von zehn Jahren sollen demnach die Zahl der Standortregionen auf zehn oder darunter gesunken sein. Daran anschließend sollen in Regionalkonferenzen Bürgerinnen und Bürger intensiv eingeschaltet werden, in den Jahren danach sind die Erkundungen geplant. Den endgültigen Beschluss für einen Standort soll dann der Bundestag fassen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert volle Transparenz bei der Suche, die wissenschaftsbasiert sein muss. Die Organisation „.ausgestrahlt“ fordert außerdem, dass die Uranfabriken in Gronau und Lingen abgeschaltet werden müssen. Die beiden Organisationen haben auch einen aktualisierten Atommüllreport für Deutschland erstellt.
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Web-Link Aktueller Stand der Bundesgesellschaft für Endlagerung (Zwischenstand, November 2025)

















