Kalifornien: Das andere Amerika auf der COP 30

(c) pixabay

Der kalifornische Gouverneur versucht, Lücken zu füllen, die der Ausstieg der US-Bundesregierung auf der Klimakonferenz hinterlassen hat.

„Nicht einmal einen Beobachter hat die Trump-Administration nach Belém geschickt“, kritisiert der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom. Gerade deswegen ist Newsom mit einer Delegation zur Klimakonferenz gekommen.

Wäre Kalifornien ein unabhängiger Staat, dann wäre dies die viertgrößte Wirtschaft (mit einem BIP von 4,1 Billionen $), hinter den USA (ohne Kalifornien 25,1 Bio), China (18,7 Bio) und Deutschland (4,6 Bio). Der Bundesstaat betreibt seit jeher eine prononcierte Klimapolitik und hat eine strenge Umweltpolitik entwickelt. Unter anderem gelten die Grenzwerte zur Luftreinhaltung als pace-setter. Die Treibhausgase in Kalifornien sind seit 2000 um ein Fünftel gesunken, während in diesen 25 Jahren das BIP um vier Fünftel gestiegen ist.

Rahmen-Vereinbarung mit Nigeria

Auf der Klimakonferenz in Brasilien haben die Mitglieder der Delegation nicht nur informelle Gespräche geführt und ein „anderes Amerika“ repräsentiert, sondern auch ein „Memorandum of Understanding“ (MoU) mit Nigeria abgeschlossen. Es ist eine Art Rahmenvertrag, der den Weg für eine Kooperation in Umwelt- und insbesondere Klima-bereich ebnen soll.

Bereits vor einigen Wochen hat Newsom, ein Demokrat, ein ähnliches MoU mit Kenya abgeschlossen. Nigeria ist das bevökerungsreichste der 54 afrikanischen Länder, Kenya gilt als boomende „Silicon Savannah“ und ein Door-Opener für Ostafrika.

Das MoU mit beiden Ländern umreißt vor allem

  • nachhaltige innerstädtische Mobilität

  • grüne Häfen

  • low-carbon-Treibstoffe und

  • wissenschaftliche Zusammenarbeit

Der Gourverneur nutzte den Brasilien-Trip auch dazu, die besondere Rolle der indigenen Bevölkerung zu betonen – sowohl an jene Brasiliens gerichtet, als auch an die Indigenen in den USA. Newsom reiste in ein Nationalparkgebiet bei Jamaraquá am Rio Tapajós, einem Zufluss des Amazonas in der Nähe von Santarem. Im Mittelpunkt stand dabei die Rolle der Indigenen beim Schutz der Biodiversität.

Gemeinsam gegen Waldbrände und Methan

Mit dem brasilianischen Bundesstaat Pará fixierten die Kalifornier Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Waldbränden; mit Kolumbien schließlich wurde vereinbart, beim Schutz der Wälder und der Reduktion von Methan zusammenzuarbeiten. Ein drittes MoU mit Chile soll die Kooperation bei der Reduzierung von Methan besiegeln.

Unmittelbar vor der Reise nach Belém waren der US-Präsident und der kalifornische Gouverneur zusammen gekracht: Trump hatte angekündigt, Gebiete vor der kalifornischen Küste für die Suche nach Öl und Gas freizugeben. Newsoms Reaktion war unmissverständlich: „Trumps idiotischer Plan gefährdet die Wirtschaft an der Küste, die dortige Bevölkerung und schädigt das Wohlbefinden der Kalifornier. Wir erinnern uns an ökologischen und ökonomischen Verwüstungen vergangener Öllecks. Wir werden jedes verfügbare Mittel nutzen, um unsere Küste zu beschützen.“


Mehr:

Web-Link Memorandum of Understanding zwischen Kalifornien und Nigeria 

Web-Link Memorandum of Understanding zwischen Kalifornien und Kenya

Web-Link Memorandum of Understanding zwischen Kalifornien und Chile

Web-Link Memorandum of Understanding zwischen Kalifornien und Kolumbien

 

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