Fossile Energien: Dichtung und Wahrheit auf der Waagschale

(c) Pixabay

Das Versprechen, den Einsatz fossiler Energien zu verringern, steht im Raum. Die Realität sieht anders aus. Das zeigt ein umfassender Bericht zu dem Thema.

Die Expertise, die Stockholm Environment Institute (SEI), Climate Analytics, und das International Institute for Sustainable Development erstellt haben, ist eindeutig: Nach heutigem Stand tut sich bis 2030 ein große Lücke auf: Es wird weit mehr an Kohle, Öl und Gas verbrannt werden, als dies mit einem 2015 in Paris definierten Ziel vereinbar ist.

Die aktuelle Fassung des „Production Gap Report“, der zuletzt 2023 erstellt worden ist, hat die Zahlen jener 20 Länder auf die Waagschale gelegt, die am meisten fossile Energien verbrauchen. Diese Staaten verbrauchen vier Fünftel aller fossilen Energien.

„Sogar noch Steigerungen“

Verglichen wurden die Mengen fossiler Energien der jeweiligen Staaten, die in den kommenden Jahren einzusetzen geplant sind oder sogar mit Gesetzesbeschluss festegelgt worden sind mit jenen Mengen, die mit einem Paris-Ziel vereinbar ist.

Dort wurde beschlossen, den Einsatz fossiler Energien so reduzieren, dass bis zum Jahr 2100 der Anstieg der globalen Mitteltemperatur „well below“ zwei Grad Celsius über den vorindustriellen Werten bleibt und Anstengungen zu setzen, dass dieser Temperatur-Anstieg 1,5 Grad nicht übersteigt. Daraus lässt sich – global und national – ein Budget ermitteln, das noch maximal verbraucht werden darf.

Emily Ghosh, eine der Expertinnen des SEI: „Regierungen planen weit mehr fossile Eneergien einzusetzen als mit dem, Paris-Ziel verträglich ist. Und diese Mengen sind gegenüber dem Production Gap Report von vor zwei Jahren sogar noch gestiegen.“

Ein Plus von 500%

Dies ist bei elf Ländern der Fall. Bei Kohle bedeutet dies konkret, dass zwischen 2023 und 2025 der geplante fossile Einsatz um sieben Prozent steigt und liegt insgesamt um 500% höher sein wird als mit einem Paris-Ziel vereinbar wäre. Bei Öl ist die Realität um 31% höher als der Paris-Pfad, bei Gas sind es 92%.

Die aktuellen Zahlen bedeuten, dass die Lücke jetzt weiter aufgeht als noch voe zwei Jahren. Der jetzt geplante Einsatz von Kohle, Öl und Gas ist 120% über dem mittleren 1,5 Grad-Pfad und 77% über dem mittleren Zwei-Grad-Pfad.

Kritisiert wird im Bericht schließlich, dass Länder nach wie vor den fossilen Energiesektor unterstützen – sowohl direkt als auch indirekt, durch Infrastruktur-Zuschüsse, Steuer-Erleichterungen oder Veränderung gesetzlicher Rahmenbedingungen. Ausdrücklich genannt werden dabei Kanada, Brasilien, China, Indien, Mexiko, Kasachstan, Russland, USA und Norwegen.

Die Zahlen dieser Staaten wurden analysiert

Australien

Brasilien

China

Deutschland

Indien

Indonesien

Kanada

Kasachstan

Kolumbien

Kuwait

Mexico

Nigeria

Norwegen

Qatar

Russland

Saudi Arabien

Südafrika

Vereinigte Arabische Emirate

Vereinigtes Königreich

USA

 


Mehr:

Web-Link Der Production Gap Report 2025 

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