Ohne Geld geht nichts, aber Geld allein ist zu wenig: Diese Erkenntnis gilt auch für Maßnahmen gegen Klimafolgen.
Bangladesh ist unter den zehn Ländern, die am stärksten von den Folgen der Klimakrise betroffen, obwohl es am wenigsten dazu beigetragen hat und beiträgt. Bei einer Bevölkerung von mehr als 172 Millionen machen die Treibhausgas-Emissionen gerade einmal 117 Millionen Tonnen, pro Kopf 0,68 – zum Vergleich: In Österreich sind es pro Kopf zehn Mal mehr.
Bangladesh liegt am Golf von Bengalen, nur wenig über dem Meeresspiegel und geknnezeichnet durch den Zusammenfluss von Brahmaputra, Ganges und Meghna, die den über weite Strecken die Charakteristik der Landschaft prägen. Klimatologisch ist das Land geprägt durch Monate des Monsuns und heftiger gewordene Überschwemmungen.
Hohe Verluste
Die Folgen der Klimakrise schlagen mit etwa drei Milliarden Dollar jährlich zu Buche, die Weltbank glaubt, dass mit 33 zusätzlichen Hitze-Tagen pro Jahr zu rechnen sei. Wenn weltweit die Anstrengungen gegen die Klimakrise mit Nachdruck verfolgt werden, dann muss sich Bangladesh auf einen jährlich Verlust des BIP in der Höhe von 2,0 % einstellen, wenn ein „Business-as-usual“-Programm gefahren wird, dann erhöht sich die BIP-Einbuße auf 9%.
Vor diesem Hintergrund hat die Entwicklungsbank für Asien (ADB) deshalb zentrale, regionale und lokale Programme gestartet, um die Resilienz von Bangladesh gegen die Folgen der Klimakrise zu erhöhen. Bis zu dieser externen strategischen Intervention war die Situation beschwerlich, heißt es in einem Bericht der Bank.
Denn es gelang nicht, eine gesamthafte Sicht auf die Problemlage zu entwickeln. Das führte dazu, dass mehrere Ministerien Regulierungen für die gleichen Fragestellungen anregten und dass Wirtschaft sowie Finanz-Institutionen keinen Fokus entwickelten, wie Geld gezielt einzusetzen ist. Dies wurde zudem erschwert durch ein sich ständig änderndes regulatorisches Umfeld. Und außerdem drangen die Stimmen von lokaler Ebene nicht durch.
Schließlich sind mittel- bis langfristig Themen, digitale und physische Infrastruktur zu stärken und aufzubauen, außerdem ist für weite Teile der Bevölkerung der Zugang zur Bildung schwierig.
Trotzdem ist es gelungen, in Anpassung und Emissionsminderung zehn Milliarden Dollar zu investieren und die Zahl der Todesopfer durch Extremwetter deutlich zu senken. Die Industrialisierung beschleunigt sich, ein jährliches Wachstum von vier Prozent ist allerdings um den Preis einer Vervielfachung des Einsatzes von fossilen Energie erkauft worden.
Gemeinsam mit anderen Geldgebern finanzierte die ADB ein Programm, das verstärkte Prioritäten setzte.
- Diese Schwerpunkte wurden gesetzt
- Stärkung der politischen und regulatorischen Rahmen
- der Institutionen
- intensivere Koordination
- Klima-Anpassung und Treibhausgas-Minderung
- Schwerpunkt-Setzung in besonders betroffenen Sektoren
- Mobilisierung von Klimafinanzierung
Bei dem Programm wurde auch Wert darauf gelegt, dass sich die gesamte Regierung verantwortlich für Maßnahmen gegen die Klimakrise fühlt. Daraus entstand ein „Nationales Komitee für Klima und Umwelt“, die wiederum die Schaffung einer Klima Entwicklungs-Partnerschaft anregte. Hier kommen alle relevanten Gruppen zusammen, sodass Maßnahmen nicht nur angeregt, sondern auch umgesetzt wurden – durch Koordination, Planung und Investition.
Es gibt ein Bündel weiterer Maßnahmen
- Verstärktes Umsatteln von Diesel auf Photovoltaik
- Effizienzsteigerung im Eisenbahn-Verkehr (bei Energieund Attraktivität)
- Verkehrs-Masterplan für die Hauptstadt Dhaka (mit einer Bevölkerung von mehr als 10,3 Millionen bzw. 36,6 Millionen im Großraum Dhaka)
- Verringerung des Footprint bei der Errichtung von Gebäuden
- kurz- bis mittelfristig verbesserte Energieeffizienz in der Landwirtschaft
- klimapolitische Zielsetzung
- Unterstützung von „green enterprises“, inklusive Finanzierung
- langfristiger Aufbau einer Wasser- und Nahrungssicherheit
- Warn-System bei Überschwemmungen
Das Programm zur Steigerung der Klima-Resilienz hat die ADB 800 Millionen Dollar gekostet. Weitere 1,2 Milliarden wurde von anderen Entwicklungspartnern co-finanziert, etwa von and Asian Infrastructure Investment Bank).

















