Umwelt-Ausblick: „Wir haben die Wahl“

(c) Pixabay

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen legt den siebten globalen Umweltbericht vor.

Die Analyse des Status Quo ist betrüblich, der „Global Environment Outlook“ ist auch in seiner siebenten Ausgabe kein Bericht, der auf den ersten Blick Optimismus einflößt: Klimakrise, Biodiversitäts-Verlust, abnehmende Bodenqualität, Ausbreitung von Wüsten und anderen Trockengebieten, Abfall und Verschmutzung – um nur die gängigsten Schlagworte zu nennen. 

Der Bericht – Geo7 -, der gestern in Nairobi vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) präsentiert worden ist, geht im Detail auf den 1242 Seiten auf die Gefahren für die Welt ein; nicht mehr und nicht weniger..

Neue Spitzenwerte erreicht

Die wirtschaftlichen Kosten der Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung beliefen sich 2019 auf 8,1 Billionen US-Dollar – etwa 6,1% der globalen Wertschöpfung.

Seit 1990 ist die Emission von Treibhausgasen um 1,5% gestiegen; 2024 sind neue Spitzenwerte erreicht worden. Diese Treibhausgase haben mittlerweile eine Niveau erreicht, das es in der Erd-Atmosphäre in den vergangenen 800.000 Jahren nicht gegeben hat.

Die Kosten für die extremen Wetterlagen und -ereignisse werden für die vergangenen 20 Jahre auf 143 Milliarden $ geschätzt – jährlich.

Der Zustand von 20 bis 40 Prozent der Böden hat sich verschlechtert. Diese Degredation ist bisher nicht gestoppt worden. Jährlich gehen intakte Boden-Landschaft einer Fläche veloren, auf der Kolumbine und Äthiopien Platz hätten.

Die vorzeitigen Todesfälle von neun Millionen Menschen werden jährlich der Verschmutzung zugeschrieben – insbesondere jener von Luft und Wasser. Die wirtschaftlichen Kosten dafür werden pro Jahr auf 8,1 Billionen $ geschätzt. Ohne Gegenmaßnahmen wird damit gerechnet, dass bis 2060 die Folgekosten von Luftverschmutzung auf 18 bis 25 Billionen Dollar steigen.

Umstieg bringt Gewinne

Aber: Wenn grundsätzliche und tiefgreifende Änderungen in die Wege geleitet werden – umgehend –, dann können sich (gegenüber dem Status-quo) bis 2050 makroökonomische Besserung ergeben, die insgesamt 20 Billionen $ im Jahr 2070 ausmachen. Die nötigen Änderungen müssten Wirtschaft und Finanzen, Materialeinsatz, Ernährung, Kreislaufwirtschaft, Energie und Umweltpolitik betreffen.

Erste Änderungen werden 2050 sichtbar. Wird dieser andere Kurs – nachhaltig und mit Nachdruck – jetzt eingeleitet und konsequent weitergeführt, dann werde sich das über 2070 bis zu einem Spitzenwert von 100 Billionen Dollar steigern, so GEO-7. Erreicht könne dies werden durch einen geringer ausfallenden Ausstoß von Treibhausgasen und einen geringeren Verlust von Arten.

Und auch der Mensch steigt besser aus – etwa dadurch, dass Umwelteinflüsse auf den Menschen abnehmen, sodass auch die Zahl der vorzeitigen Todesfälle abnimmt. Außerdem wäre die Zahl derer, die an Unterernährung leiden um 200 Millionen geringer. Mehr als 100 Millionen könnten sich von extremer Armut befreien. Um diese Ziele zu erreichen, müssten bis 2050 acht Billionen Dollar richtig investiert werden.

In ihrem Statement streicht Inger Andersen, Exekutiv-Direktorin der UNEP, dass der Zug noch nicht abgefahren ist. Auch wenn an allen Ecken und Enden krisenhafte Fakten zu beobachten sind, eine Kursänderung sei noch möglich. An diesem Zeitpunkt lässt sich noch sagen: „Wir haben die Wahl“. 

Als zentral werden in dem Bericht die folgenden Maßnahmen genannt:

  • Die bisherige BIP-Betrachtung der Wirtschaft müsste einer ganzheitlichen Sichtweise weichen
  • Kostenwahrheit, die den Blick auf bisher versteckte Kosten (Umwelt, Soziales) beinhaltet
  • Durchforstung und Neuausrichtung der Förderungen, Steuern und Anreize
  • Kreislaufwirtschaft, sowohl auf Hersteller-, als auch auf Konsumeninnen-Seite
  • De-Karbonisierung von Energie und Ernährung
  • Umstieg auf eine gesundheits- und umweltverträgliche Ernährung
  • Biodiversitäts-freundliche Wirtschaft, mehr Schutzgebiete, Wiederherstellung von Naturraum
  • Klima-Anpassung
  • Klima-Resilienz
  • Verringerung der Klimalast

Mehr:

Web-Link Global Environment Outlook 7 

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