Dass bereits bei Neugeborenen einer Belastung mit Schadstoffen ausgesetzt sind, ist nicht neu. Eine Gruppe von insgesamt acht Forscherinnen und Forschern um María G. Hinojosa haben an der Universität Sevilla nun herausgefunden, dass die Belastung je nach Alter variiert. Untersucht wurden Haarproben von Kinder mit sechs, zwölf, 18 und 24 Monaten.
Bei 100 Prozent wurde ein Mix von Metallen nachgewiesen. Jede Probe enthielt zwischen zwei bis zehn Umweltgifte gleichzeitig, im Durchschnitt waren es 8,37 Elemente.
Höchste Konzentration bei sechs Monaten
Bei mehr als 90% der Kinder wurden sieben von insgesamt zehn Elementen nachgewiesen – Kupfer, Zink, Chrom, Blei, Mangan, Aluminium und Selen. Die neurotoxischen Substanzen (Blei, Alu, Mangan, Nickel und Arsen) waren bei den sechs Monate alten Kleinkindern am höchsten und nahmen mit dem Alter tendenziell ab. Untersucht wurde auch auf Cadmium,
Die Untersuchungen fanden zwischen 2020 und 2022 bei insgesamt 100 Kindern statt. Es wurden 245 Proben genommen, 53,97% bei Mädchen. Die Kinder leben in der Provinz Sevilla. Eine Gruppe der Kinder ist im Rocío University Hospital (in einer überwiegend urbanen Umgebung), die andere im Virgen de Valme Hospital (mit Patientinnen und Patienten aus einer mehr ländlich geprägten Umgebung (intensive Landwirtschaft).
Unterschiede bei den Geschlechtern
Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, dass nur Kinder ausgewählt werden, deren Mutter zumindest fünf Jahre in dieser Region leben. Frühchen und untergewichtige Babies (mit einem Gewicht von weniger als 1,5 Kilogramm) wurden nicht ins sample aufgenommen.
Bei den neurologisch wirksamen Verbindungen zeigte sich, dass die Konzentration von Arsen am bedenklichsten ist, zumal es sowohl die kognitiven Fähigkeiten, die Bewegung, Sprache, soziale Kompetenz und Lernfähigkeit beeinträchtigen kann.
Bei Blei zeigt sich eine unterschiedliche Wirkung auf die Geschlechter. In der Allgemein-Bevölkerung kann es die Sprachfähigkeit beeinträchtigen, bei Buben ist es allerdings auch verantwortlich für Beeinträchtigungen für kognitive und motorische Fähigkeiten. Bei Aluminium und Mangan zeigt sich wiederum, dass statistisch Mädchen von Auswirkungen stärker brtoffen sind.
Summenwirkung
Das Autorenteam der Arbeit weisen darauf hin, dass auch gesunde Kinder in nicht-industriellen städtischen Regionen einer „stillen Umweltbelastung“ ausgesetzt sind, die schon „eine messbare Auswirkung“ auf die frühe psychomotorische Entwicklung haben. Gefordert wird, dass deshalb schon öffentliche Gesundheitsmonitorings von frühester Kindheit an durchgeführt werden sollen – nicht nur auf einzelne Toxine abzielend, sondern vor allem auch auf das gemeinsame Auftreten mehrerer toxischer Substanzen und mögliche Summenwirkungen zu achten.
Mehr:
Web-Link Exposure to mixed metals/metalloids in early childhood

















