Europa muss mehr als 100 Milliarden Euro für die Folgen der Klimakrise ausgeben. Investitionen in Anpassung könnte sich deshalb auszahlen.
Landwirtschaft, Verkehr und Energie: Diese drei Sektoren sind Schlüsselsektoren, meint jedenfalls die Europäische Umweltagentur (EEA) in einem einem Briefing, das vor kurzem veröffentlicht worden ist. Durch richtig angelegte Investitionen kann mittel- bis langfristig die Klimakrise gebremst, wodurch die Folgeschäden verringert werden.
Freilich, zunächst einmal muss Geld ausgegeben werden, die Anpassung an das Heißere Klima kommt nicht zum Nulltarif. Nach EEA-Berechnungen müssten bis 2050 jährlich zwischen 53 und 137 Milliarden € ausgegeben werden und dann 59 bis 173 Milliarden bis 2100.
Je später, desto teurer
Die Höhe des notwendigen Betrages ergibt sich aus dem Klimaszenario, das umgesetzt wird (also: Geschwindigkeit und Ausmaß, in dem der Ausstoß von Treibhausgasen verringert wird). Je später begonnen wird, je langsamer die Umsetzung und je inkonsequenter Maßnahmen sind, desto teurer wird die Rechnung schlussendlich.
Derzeit werden in diesen drei Sektoren 15 bis 16 Milliarden jährlich ausgegeben. Nach Berechnungen der EEA entfallen auf die Landwirtschaft 9,3 bis 9,8 Milliarden Euro, während die für Transport bei etwas mehr als einem Drittel liegen – konkret bei 3,85 bis 3,85 Milliarden. Im Energiesektor sind die Ausgaben für Anpassung noch einmal geringer, bei 2,36 bis 2,47 Milliarden.
822 Milliarden seit 1980
Auf der anderen Seite stehen Ausgaben, die durch die Klimakrise verursacht werden. Die EEA errechnet für die Folgen von Extrem-Wetter-Ereignissen einen Betrag von jährlich 40 bis 50 Milliarden zwischen 2021 und 2024. Für den Zeitraum zwischen 1980 und 2024 kommt die EEA auf einen Gersamtbetrag von 822 Milliarden.
Dabei sind aber nur die direkten Kosten eingerechnet – und es bleibt unberücksichtigt, dass alle Klima-Modelle die Vermutung nahe legen, dass in Zukunft die das Extremwetter in Intensität und Häufigkeit zunehmen werden; und das kostet dann entsporechend höhere Summen.
In die Klimawandelanpassung zu investieren bringt Gewinne. Die EEA stellt dabei das Drei-Dividenden-Modell in den Mittelpunkt. Die erste Dividende ist dabei, dass vorzeitige Todesfällt und Krankheiten, aber auch direkt verursachte Sachschäden (etwa durch Überschwemmungen oder Waldbrände) vermieden werden.
Die zweite Dividende entsteht zum Beispiel durch geringere Versicherungsprämien. Dividende Nummer drei entsteht durch die Verringerung anderer Folgen der Treibhausgas-Verringerung (siehe Grafik).

Grafik: EEA
Insgesamt wird durch Klimafolgen-Anpassung auch Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und Innovation gestärkt. Dies streichen sowohl die Reports von Draghi, Letta und Niinistö heraus (siehe Grafik).

Grafik; EEA

















