Wie gut ist Europa auf Unwetter vorbereitet?

(c) pixabay

Unwetter werden häufiger, Auswirkungen heftiger, bei den Notfallplänen gibt es aber folgenschwere Lücken. Dies zeigt ein EU-Umweltbericht.

Die gute Nachricht zuerst: Keines der 32 untersuchten Länder ist auf Extremwetter-Ereignisse gänzlich unvorbereitet. Anpassungsmaßnahmen an die Realität von Waldbränden, Sturmschäden oder Überschwemmungen gibt es überall, allerdings sind die Vorbereitungen auf diese Ereignisse unterschiedlich zu bewerten.

Die EU-Umweltagentur (EEA) hat dazu Daten aus den 27 EU-Mitgliedsländern, sowie aus der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island und der Türkei verarbeitet. Hitzewellen, Waldbrände, das Tauen des Permafrosts, Stürme, Überschwemmungen, Trockenheit, Starkregenfälle, Wassermangel, Erosion: Diese Wetterphänomen treten häufig und stärker auf, und in einer höheren Frequenz sowie mit höherer Wucht.

Landwirtschaft, Nahrungsmittel, Gesundheit, Wald-Bewirtschaftung, Energie, Transport und Tourismus sind die am stärksten betroffenen Wirtschaftsbereiche. Auswirkungen auf diese Sektoren treten in mehr als der Hälfte der analysierten Länder auf.

Maßnahmen nur in jedem zweiten Land

In 17 Staaten sind Gegenmaßnahmen in Gesetzen verankert. Die haben allerdings sehr unterschiedliche Ansätze: So sind etwa in Frankreich Arbeitgeber verpflichtet, die Beschäftigten vor extremen Hitzewellen zu schützen. Aber: Die einzelnen Gesetzen, die in den Ländern bestehen, werden nicht systematisch an die EEA übermittelt und können somit in ihrer Wirkung nicht exakt analysiert werden. Die trifft vor allem dort zu, wo Pläne, Gesetze und Verordnungen in den Händen von Ländern und Gemeinden liegen.

Klar ist jedoch, dass Defizite bestehen. So ist die Datenlage des öfteren ungenügend; die Kompetenzen für Maßnahmen und die Umsetzung von Pläne sind oft nicht genau zugeordnet bzw. definiert. Nicht selten mangelt es auch an der Finanzierung. Monitoring und Berichtswesen verbesserten sich zwar, so heißt es seitens der EEA, allerdings geschehe dies langsam.


Mehr:

Web-link: Die Aufbereitung des EEA-Reports

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