Grünes Licht für Exploration fossiler Energien im Atlantik, 500 Kilometer vor der Amazonas-Mündung.
Gerade einmal drei Wochen vor dem Start der Klimakonferenz in Belém (COP 30) bekommt der staatseigene brasilianische Öl-Multi Petrobras mit der Genehmigung 1.684/2025 grünes Licht für die Exploration im Atlantik. Die Ölfelder liegen 175 Kilometer von der Küste entfernt und 500 km von der Mündung des Amazonas ins Meer. Die Exploration startete unmittelbar danach. Sie dürfte etwa fünf Monate dauern.
Das grüne Licht wurde gegeben, nachdem im Sommer ein Pilotversuch gestartet wurde, der zu Tage fördern sollte, inwieweit Petrobras die Auflagen von Notfallplänen erfüllt. Dazu ist Mitte August das Bohrschiff NS-42 in der Tiefseezone FZA-M-59 angekommen.
Umweltbehörde gibt grünes Licht
Petrobras-Konzernchefin Magda Chambriard meinte damals, dass „wir die von Petrobras bisher eingesetzte größte Strukturen nach Amapá (brasilianischer Bundesstaat, der an der Grenze zu Französisch-Guyana liegt, Anm.) bringen, um Zwischenfälle zu bewältigen.“
Nach Abschluss der Tests gibt die brasilianische Umweltbehörde IBAMA nun grünes Licht für die Suche.
Petrobras beraumt nun einen Zeitraum von fünf Monaten, um abzuklären, inwieweit Öl- und/oder Gas-Vorkommen in einem Ausmaß und in einer Lage vorhanden sind, die eine wirtschaftliche Förderung ermöglichen.
IBAMA erklärt, dass Informationsveranstaltungen in mehr als 20 Gemeinden in den Bundesstaaten Amapá und Pará stattgefunden hätten; mehr als 400 Personen waren bei der technischen Bewertungen eingebunden. Im Mai 2025 hatt die Behörde noch einen Antrag von Petrobras abgelehnt, dann habe es aber intensive Beratungen gegeben, die Veränderungen des Projektdesigns zur Folge hatten.
„Wir sind verantwortlich“
Petrobras hat die Erlaubnis für die Suche in einem Abschnitt bekommen; insgesamt gibt es sechs weitere Explorations-Zonen in unmittelbarer Nähe. Diese Off-shore-Gebiete liegen – so Petrobras – 500 Kilometer von der Mündung des Amazonas entfernt. Die Mündung des Flusses ist allerdings mehr als 200 km breit.
Die brasilianische Umweltministerin Marina Silva hat sich gegen die Ölsuche im Atlantik ausgesprochen. Den Ausschlag hat jedoch Präsident Lula da Silva gegeben. In einem Interview mit der BBC hat er im September erklärt: „Brasilien ist ein Land, das Ölvorkommen besitzt. Wir folgen den gesetzlichen Vorgaben genau. Und wenn es ein Problem oder eine Ölhavarie gibt, dann werden wir es sein, die verantwortlich dafür sind, sich um das Problem zu kümmern.“
Mehr:
- Web-Link Genehmigung für Petrobras
- Web-Link BBC-Bericht zum Thema
- Web-Link Petrobras-Projektübersicht

















